„Neidkopf“ schaut auf den Marktplatz

Auf dem eingeklinkten Foto von 1951 ist zu sehen, dass der Neidkopf als Abschluss zweier Giebelbalken der Fachwerkkonstruktion diente und nicht farbig übermalt gewesen ist.

 

Eine Fratze ziert den Giebelabschluss des Hauses Markt 4. Ob sie schon der Erbauer des Fachwerkgebäudes, Peter Paper (vermutlich zwischen circa 1650 und 1669). in den Balken schnitzen ließ, ist nicht überliefert.

Was ist das für für ein „Gesicht?“ Diese Frage stellten die Teilnehmer des Storchenrouten-Vorbereitungskreises bei einem Gang auf den Marktplatz. Hier ist die Auflösung:

Solche Fratzen aus Stein oder Holz werden „Neidköpfe“ genannt und sind eher aus dem süddeutschen Raum bekannt. Sie prangen ein historischen Gebäuden. Abergläubige Menschen versuchten einst, Dämonen und böse Geister vom Haus fern zu halten. Der Begriff Neidkopf geht auf das althochdeutsche Wort „nid“ zurück, was übersetzt Neid, Hass oder auch Zorn bedeutet.

Die Fratze hat durch einen farbigen Anstrich in neurer Zeit ein anderes Aussehen bekommen, aus der Nähe lässt sich das alte Gesicht noch erahnen.

Einige Beispiele für „Neidköpfe“ gibt es im Schaumburger Land, unter anderem in der Klosterstraße in Stadthagen. Ein weiterer „Neidkopf“ ist in der Wand des Torhauses der Schaumburg untergebracht.

Foto mit freundlicher Genehmigung des Reiseblogs family4travel.de