Projekte

20 Jahre Denkstube – Recherche, Bücher, Texte, (Zeitungs-)Artikel und Videos – eine Auswahl:

200 Jahre Sparkasse Schaumburg

200 Jahre Sparkasse Schaumburg Die Sparkasse Schaumburg feiert im Jahr 2017 ihr 200-jähriges Bestehen. Gemeinsam mit Werner Nickel (komm28), technisch umgesetzt von der IT-Abteilung der Schaumburger Nachrichten, liefert die DENKSTUBE  erst Konzept, dann Fotos, Videos und Texte für die Internet-Seite.  Während der Festveranstaltung am 3. Mai, am Vorabend der Regionalschau, gibt es unter dem Titel „Die Sparkasse – eine Idee setzt sich durch“  einen 15-minütigen Vortrag mit der Essenz aus der Arbeit.

 

Glaube, Führer, Hoffnung

200 Jahre Sparkasse SchaumburgGlaube, Führer, Hoffnung, erscheint im März 2015 im Verlag Antje Kunstmann von Susanne und Jan Peter Wiborg:

„Stettin, Frühjahr 1945. Krieg und Euphorie, Liebe und Tod: Clara S. gehört zu den wenigen Frauen, die in der pommerschen Hauptstadt zurückgeblieben sind. Während die Rote Armee auf der anderen Oderseite steht, glaubt die Vierundzwanzigjährige endlich gefunden zu haben, was sie immer gesucht hat: das wahre, das »heroische« Leben – und die große Liebe noch dazu. In ihrer Götterdämmerungs-Euphorie verfasst die junge BDM-Führerin ein einzigartiges Zeitdokument: ein Bündel Briefe, die überdauern, nachdem sie selbst Anfang Mai 1945 auf Rügen verschwindet.
Rügen, Frühjahr 2015: Warum die Spuren einer verschollenen Tante suchen, deren Ende einen zum Blick in Abgründe zwingt, die eigentlich niemand mehr ausloten möchte? Können wir damit nicht endlich abschließen? Nein, denn Susanne und Jan Peter Wiborg suchen hier eben nicht eine Tante, sondern einen Prototyp, den fremden, scheinbar fernen Schatten, das »da war doch mal was, damals …« in fast jeder deutschen Familie. Hier ist es die weibliche Seite des Fanatismus: ein intelligentes Mädchen, das ursprünglich nur ein wenig mehr wollte als die in Hinterpommern vorgezeichnete Frauenrolle. Was hat sie zur ebenso naiven wie bis in den Tod gläubigen Hitler-Anhängerin gemacht?“

Im Mai 2015 – genau 70 Jahre nach Kriegsende –  wählt der NDR „Glaube, Führer, Hoffnung“ zum Sachbuch des Monats. Weitere Reaktionen sind hier nachzulesen.

 

Wer war Lieselotte Meier? Augenzeugin, Komplizin, Mörderin? 

Im Zusammenhang mit dem Buch „Glaube, Führer, Hoffnung“ hat die Tochter von Liselotte Meier mir vor einiger Zeit die bisher unbekannten Briefe ihrer Mutter zur weiteren Verwendung überlassen, mit dem Ziel, sie  einem Archiv zu übergeben. Wer war Liselotte Meier, die 1922 in Reichenbach  im Vogtland geboren wurde?

Die amerikanische Historikerin Wendy Lower beschreibt in ihrem Buch „Hitlers Helferinnen – Deutsche Frauen im Holocaust“ den Weg der Sekretärin von der Ordensburg Crössinsee in Pommern als persönliche Sekretärin und Geliebte des NS-Gebietskommissars Hermann Hanweg im heutigen Weißrussland. Meier soll den Genozid nicht nur gebilligt, sondern auch „bestens informiert“  Befehle zur Judenerschießung formuliert haben.
Fotos in den Briefen belegen, dass die am Gewehr ausgebildete Frau auch bei den Jagden dabei gewesen sein muss, als die betrunkene Jagdgesellschaft der Besatzer im September 1942 zunächst auf Tiere und später auf die jüdischen Treiber anlegten und viele von ihnen ermordeten. Ihrer Mutter schreibt sie im Zusammenhang mit dem Holocaust: „von der großen Aufgabe, die erledigt werden muss“.

Meier konnte sich 23 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges angesichts eines der größten Judenmord-Prozesse vor dem Schwurgericht, zu dem sie als Zeugin geladen war, an nichts mehr erinnern . Ihre Tochter ließ aber im Vorfeld des Prozesses  im Angesicht der Justiz vor der Haustür alle Briefe und einige andere Gegenstände im Gartenhaus verstecken und machte zuhause während des Verfahrens ihrem Unmut darüber Luft, dass die jüdischen Zeugen „in so teuren Hotels untergebracht“ seien. Zudem stimme vieles nicht, was vor Gericht erzählt worden sei. Lieselotte Meier ist im Jahr 1999 gestorben.

Rund 600 Seiten Briefe an ihre Mutter und ihren Geliebten Hermann Hanweg sind jetzt eingescannt.  Ein Video-Interview mit der Tochter zusammen mit der Digitalversion der Briefe hat Wendy Lower bekommen.

Die Originaldokumente  hat das Institut für Zeitgeschichte, München, übernommen. Sie werden verzeichnet und stehen der Forschung zur Verfügung.

 

Rätsel ohne Buchdeckel

Ein altes Buch?  Ein Manuskript? Die Beschreibung am Telefon klang rätselhaft. Erster Tipp: Eine alte Dissertation. Einige Tage später hatte der Finder des akribisch mit der Hand geschriebenen Werkes schon selbst für die ersten Erkenntnisse gesorgt. Aus den verblassten Zeilen auf der ersten Seite ging JOHANN HEINRICH EDELMANN als Autor hervor und der Titel  ABGENÖTIGTES, JEDOCH AN DEREN NICHT WIEDER AUFGENÖTIGTES  GLAUBENSBEKENNTNIS lies sich entziffern.

Die weitere Recherche der DENKSTUBE über das Leben und die Arbeit des Pietisten und Frühaufklärers EDELMANN (1698 – 1767) brachte Licht in die Geschichte des rätselhaften Manuskripts. Der studierte Theologe EDELMANN stieß mit seiner radikalen Kirchenkritik auf viel Widerstand, einige seiner Schriften wurden verboten.  Er verfasste mehr als 160 Werke und gehörte zu denen, deren Schriften „durch Henkershand“ 1750 in Frankfurt verbrannt wurden.  Das Manuskript zu ABGENÖTIGTES, JEDOCH AN DEREN NICHT WIEDER AUFGENÖTIGTES  GLAUBENSBEKENNTNIS entstand 1746 in Neuwied. Offenbar musste EDELMANN dem Grafen Friedrich Alexander auf dessen Verlangen ein Glaubensbekenntnis liefern, um der Verfolgung zu entgehen.  In Befürchtung eines neuerlichen Verbotes entstanden von den Edelmann-Schriften Abschriften, auch, aber nicht immer, von eigener Hand. Es ist nun anhand eines Schriftenvergleiches (einige Originale Edelmanns befinden sich im Hamburger Staatsarchiv) zu klären, ob es sich tatsächlich um ein selbst geschriebenes Manuskript handelt. Auf Empfehlung der DENKSTUBE wandte sich der verkaufsbereite Finder an das Fach-Auktionshaus Ketterer www.kettererkunst.de in Hamburg. Nach einigen eingesandten Fotos bestätigten die Experten die Erkenntnisse. Das Manuskript wird in Kürze dem Auktionshaus Ketterer in Hamburg zur weiteren Prüfung übergeben.

 

Fleckentour

Ein Informationsangebot rund um die Entdeckertouren durch Landschaften – das ist das Ziel:  Kultur, Essen und Trinken, Übernachten. Kombiniert in einer Route, die alle Freiheiten lässt. Ob bei der Vorbereitung zu Hause, oder unterwegs, Bild und Text, Routenbeschreibungen und -videos stehen immer zur Verfügung.  Wer möchte, der kann sich vertiefen, in Wort und Bild gleich auf Zeitreisen gehen – oder es einfach bei der Tafel bewenden lassen.

 

40 Jahre Naturpark Steinhuder Meer

„Honigtopfsystem“ – mit diesem Angebot für Radfahrer und Wanderer hat der Naturpark Steinhuder Meer in den vergangen Jahrzehnten trotz Millionen von Besuchern eine effektiven Naturschutz betrieben. Dabei hat der Naturpark vor mehr als 40 Jahren als Versuch angefangen, den Wildwuchs an Wochenendhäusern am Steinhuder Meer zu verhinden. Was daraus geworden ist,  zeichnete die DENKSTUBE mit einem Buchkonzept und Jan Peter Wiborg zusammen mit weiteren Autoren nach.

 

Das Monster vom Lichtenmoor

Für die ZEIT setzen sich Susanne und Jan Peter Wiborg auf die Spuren des legendären „Würgers vom Lichtenmoor“. Die Geschichte aus den Wochen vor der Währungsreform des Jahres 1947, in deren Mittelpunkt ein wohl eingewanderter Wolf in der moorigen Landschaft des Lichtenmoores steht. Die umherstreifende „Bestie“ machen sich die Schwarzschlachter so geschickt zu Nutze, dass das Tier wochenlang ganz Niedersachsen in Atem hält.

 

Seeprovinz im Blick

Nach dem Ausstieg als festangestellter Redakteur bei  den Schaumburger Nachrichten schreibt „jpw“ seit 20 Jahren als fester aber freier Mitarbeiter für die  SN, dabei überwiegend für die Seeprovinz-Seite. Sie umfasst alle Themen vom Südufer des Steinhuder Meeres mit der Samtgemeinde Sachsenhagen, inzwischen ist auch so mancher Video-Dreh dazugekommen.

 

Senkrecht im Schlamm

Deutliche Spuren des Zweiten Weltkrieges: Ein Lancaster-Bomber der Allierten explodierte am 20. Februar 1944 und stürzte in das Wasser des Steinhuder Meeres. Das Heck schlug rund 100 Meter entfernt im Hagenburger Moor auf.  Von der siebenköpfigen Besatzung konnten sich zwei Crewmitglieder per Fallschirm retten, drei Männer kamen um, vom Pilot und Richtschützen fehlt jede identifizierbare Spur.

Nach einer Teilbergung von Maschinenteilen Anfang der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts begann in Zusammenarbeit mit Thorsten Perl, vom Verein „Flieger, Flugzeuge, Schicksale“, die Recherche.  Ließ sich aus weiteren Flugzeugteilen, die angeblich noch im Schlamm des Meer stecken sollten, auf das Schicksal des Piloten australischen Piloten Kenneth James Goodwin schließen?  Dessen Familie in Melbourne schöpft neue Hoffnung, stellt einen Suchantrag. Die DENKSTUBE bittet den einzig noch lebenden Bergungshelfer, Klaus Gessert (88), um ein Interview. Unterdessen fragt Perl beim DRK Hannover-Stadt um Unterstützung an. Die motivierten Helfer lassen auch tatsächlich das Sonarboot zu Wasser. Nach kurzer Suche an der vermuteten Absturzstelle – bei der sich bereits ein Schatten auf dem Sonar abzeichnet – passiert das Unerwartete: Die Schraube des DRK-Bootes „Otto Rinkel“ kollidiert mit etwas Hartem, tatsächlich ist ein großes Flugzeugteil gefunden, der Rest steckt senkrecht im Schlamm.

 

Salomon Heine

Salomon Heine. Aus der Reihe der  Hamburger Köpfe. Herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

„Der Weg der Heines ist prototypisch für eine Migration deutscher Juden nach Norden, der Hamburg Unschätzbares verdankt. Salomon Heine war nicht nur der bedeutende Bankier, die erste christlich-jüdische Integrationsfigur und der großzügige Mäzen einer Stadtrepublik, die ihm das Bürgerrecht zeitlebens vorenthielt. Auch hätte Heinrich Heine ohne diesen Onkel nie der große europäische Dichter werden können, den eine innige Hassliebe an das „Stiefvaterländchen“ Hamburg hat. In diesem Band kommt zum ersten Mal zusammen, was zusammengehört: Der Hintergrund von Bankier und Dichter und das Schicksal einer bemerkenswerten Familie zwischen Hofdienst, Hansestadt und Hochadel.“ Klappentext des Verlages Ellert & Richter. Das Buch kann hier bestellt werden, aber auch per ISBN: 978-3-8319-0466-2  in jeder Buchhandlung.

Der Vortrag „Aufsteiger aus dem Weserbergland“, gehalten bei der Tagung  Salomon Heine, im Heine-Haus Hamburg,  ist im Tagungsband „Salomon Heine in Hamburg – Geschäft und Gemeinsinn“, Hrsg. Beate Borowka-Clausberg, Wallstein-Verlag,  nachzulesen.

 

Der Staatskommissar kommt

Steinhude 1973/74 – ein vom Land Niedersachsen eingesetzter „Staatskommissar“ regiert in der schaumburg-lippischen Gemeinde. Schon bald soll der Ort per Gesetz dem neu gebildeten Landkreis Hannover zugeordnet werden. Dagegen regt sich politischer Widerstand – der Rat zieht mit Unterstützung des jungen Rechtsanwalts Jobst Plog vor das Bundesverfassungsgericht und bekommt Recht.  Das Exempel, das die Bezirksregierung am Steinhuder Meer gegen die vermeintliche Unbotmäßigkeit der Steinhuder statuieren wollte, war unrechtmäßig. Genützt hat es dem Ort nichts: Steinhude gehört zum Landkreis Hannover. In der Zeitschrift Niedersachsen, in der HAZ, in den Schaumburger Nachrichten sind diverse Artikel dazu erschienen. In der Steinhuder Ortschronik „Steinhude – Flecken zwischen Meer und Moor“ sind die Ereignisse geschildert.  Im Jahr 2007 organisierte die DENKSTUBE ein Treffen aller damaligen Akteure in Steinhude, mit dem damaligen NDR-Intendanten Prof. Jobst Plog, dem ehemaligen HSV-Präsidenten Jürgen Hunke (ehemaliger Ratsherr in Steinhude), Klaus-Detlef Richter (ehem. „Staatskommissar“ und späterer Bürgermeister von Barsinghausen), sowie Wilhelm Pickert (ehem. Ratsmitglied ), Werner Stünkel (ehem. Ratsmitglied) und anderen.

 

Siedlungsstrukturen in Niedersachsen: Dörfer im Schaumburger Land

Ein Jahr lang war ich bereits mit dem Rad im Schaumburger Land unterwegs gewesen . Ein journalistischer Auftrag aus dem Niedersächsischen Sozialministerium aus der Reihe „Siedlungsstrukturen in Niedersachsen“ ließ mich die Landschaft auch aus der Fahrradperspektive kennen lernen. Ein angemessenes Tempo für Einblicke in die Dorfentwicklung, für viele Gespräche und Kontakte, für mehrere hundert Fotos von Fachwerk, Klinker, Beton und Grün. Ergänzend die lehrreichen Gespräche mit dem hannoverschen Architekten Joachim Deszyk mündeten in die Broschüre „Dörfer im Schaumburger Land“ (1988).

 

 

 

 

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